Warum Filtern?Die Natur macht es vor Jedes Aquarium ist eine kleine Welt für sich. Obwohl auf den ersten Blick überschaubar erscheinend, so wirken hier doch die gleichen, komplexen Naturgesetze wie in den riesigen Wassermassen des Amazonas.
Nur wenn man die biologischen Zusammenhänge kennt und beachtet, wird ein Aquarium erfolgreich funktionieren. Die Fische bleiben gesund, die Pflanzen wachsen prächtig, das Wasser glänzt klar und lästige Algen bleiben im Hintergrund. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Filterung zu. In der Natur wird das Wasser ständig langsam gefiltert und erneuert. Es sickert durch verschiedene Erdschichten und Gesteine. Kies und Sand am Grunde der Gewässer sind dicht mit unzähligen Mikroorganismen besiedelt – sie wirken wie riesige Filter. Hier werden Ausscheidungsprodukte der Fische biologisch durch Bakterien abgebaut. Mikroorganismen zersetzen und remineralisieren abgestorbene Pflanzenteile. An Stellen mit ruhigerer Wasserströmung setzen sich Trübstoffe ab. Das versickerte oder abgeflossene Wasser wird durch Regen ergänzt. Der AquarienfilterDer Filter ist einer der wichtigsten Bausteine für ein erfolgreiches Aquarium. Seine Aufgabe besteht nicht nur in einer mechanischen Wasserklärung, sondern vor allem in einer biologischen Aufbereitung und "Entgiftung" des Wassers. Falsche Filterung ist oft die Ursache für kränkelnde Fische, schlecht wachsende Aquarienpflanzen und Algenplagen. Das Herzstück eines jeden Aquarienfilters ist deshalb der biologische Schadstoffabbau. Hier werden die – mit bloßem Auge unsichtbaren - Abfallstoffe abgebaut, die den Fischen gefährlich werden können. Diese Arbeit wird von Filterbakterien erledigt. Jede Art hat ihre besonderen "Vorlieben". Einige bauen z.B. giftiges Nitrit ab, andere ernähren sich von organischen Trübstoffen oder zersetzen abgestorbene Pflanzenteile. Das Hauptfiltermaterial entscheidetDie Leistungsfähigkeit des Filters hängt letztlich vom verwendeten Hauptfiltermaterial ab. Es bietet den Filterbakterien die benötigte Siedlungsfläche. Das Hauptfiltermaterial sollte möglichst porös sein und durch zahlreiche innere Hohlräume, Kammern und Tunnel jeder Filterbakterienart den geeigneten Lebensraum bieten. Besonders ist darauf zu achten, dass das vorhandene Filtervolumen bestmöglich genutzt wird. Unnötige Leerräume z.B. durch zu grobes Filtermaterial bedeuten verschenkte Filterleistung.
Die einzelnen Filterstufen und ihre AufgabenFilterstufe
| Hauptaufgabe
| | Vorfilterung | Entfernung gröberer Schmutzpartikel, z.B.abgestorbene Pflanzenteile, Fischkot, Mulm | | Hauptfilterung | Biologischer Schadstoffabbau / "Entgiftung" des Wassers, z.B. Abbau von Ammoniak, Nitrit | | Feinfilterung | Entfernung feiner und feinster Trübstoffe / Klarfilterung | | Spezialfilterung | (Bei Bedarf) gezielte, schnelle Entfernung bestimmter Schadstoffe, z.B. Nitrat, Phosphat, Medikamentenrückstände |
2 Wege führen zu gesundem WasserMan unterscheidet grundsätzlich: - Abbau mit Sauerstoff ("aerob")
Hierbei werden Schadstoffe durch Oxydation unschädlich gemacht. Giftiges Ammoniak wird z.B. in ungefährlicheres Nitrat umgewandelt.
- Abbau ohne Sauerstoff ("anaerob")
Schadstoffe werden durch Reduktion entfernt. Algenförderndes Nitrat wird z.B. in harmlosen gasförmigen Stickstoff umgewandelt. Das funktioniert aber nur, wenn der Ort, an dem die betreffenden Bakterien leben, KEINEN Sauerstoff enthält. Diese "reduzierenden Prozesse" sind vor allem auch für guten Pflanzenwuchs unverzichtbar, da hierdurch viele Nährstoffe in eine pflanzenverfügbare Form gebracht werden.
Ein gutes Filtermaterial ist so aufgebaut, dass es beide Prozesse ermöglicht. |